Zen-Interieur mit Blick in einen Garten

Was ist Shiatsu

Hier findest Du mehr Infos über Shiatsu. Bedeutung, Geschichte, Philosophie und Arbeitsweise und Wirkung.

Was bedeutet Shiatsu

Der Begriff Shiatsu setzt sich aus zwei japanischen Wörtern zusammen: „Shi" bedeutet Finger und „Atsu" steht für Druck. Wörtlich übersetzt heisst Shiatsu also „Fingerdruck". Diese einfache Übersetzung beschreibt bereits das Kernprinzip dieser sanften, aber wirkungsvollen Behandlungsform.

Shiatsu ist eine traditionelle japanische Körpertherapie, die auf den Prinzipien der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) und der Akupressur basiert. Durch achtsamen Druck mit Fingern, Handflächen, Ellbogen und manchmal auch Knien werden die Energiebahnen des Körpers – die sogenannten Meridiane – stimuliert. Blockaden im Energiefluss (Qi) werden gelöst und das natürliche Gleichgewicht wiederhergestellt.

Balancierte Steine symbolisieren Harmonie und Gleichgewicht

Der ganzheitliche Ansatz von Shiatsu betrachtet den Menschen als Einheit von Körper, Geist und Seele. Es geht nicht nur um die Behandlung einzelner Symptome, sondern um die Harmonisierung des gesamten Energiesystems. Dadurch werden die Selbstheilungskräfte aktiviert und das körperliche sowie seelische Wohlbefinden gefördert.

Geschichte des Shiatsu

Die Wurzeln des Shiatsu reichen weit zurück und liegen in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) sowie der Akupressur, die bereits vor Jahrtausenden entwickelt wurden. Über die Jahrhunderte fanden diese Heilmethoden ihren Weg nach Japan, wo sie sich mit der traditionellen japanischen Massage „Anma" verbanden und weiterentwickelten.

Die erste offizielle Erwähnung von Shiatsu als eigenständige Therapieform erfolgte 1905 in Japan. In den folgenden Jahrzehnten prägten zwei bedeutende Persönlichkeiten die moderne Entwicklung des Shiatsu entscheidend: Tokujiro Namikoshi (1905-2000) begründete eine Shiatsu-Schule, die sich stärker an westlicher Anatomie und Physiologie orientierte. Shizuto Masunaga (1925-1981) hingegen entwickelte das Zen-Shiatsu, das die ursprünglichen TCM-Prinzipien mit psychologischen und spirituellen Ansätzen verband.

Besonders Masunaga erweiterte das klassische Meridiansystem und integrierte psychologische Sichtweisen in die Behandlung. Er erkannte, dass emotionale und geistige Zustände sich direkt im Energiefluss des Körpers widerspiegeln und entwickelte entsprechende Diagnose- und Behandlungsmethoden.

Traditionelle japanische Steinlaterne umgeben von grüner Natur

Ab den 1970er Jahren fand Shiatsu seinen Weg in den Westen und wurde dort zunehmend populär. In Europa und Nordamerika wurde die Methode weiter verfeinert und mit Erkenntnissen aus der westlichen Schulmedizin, Anatomie und modernen Therapieformen wie Osteopathie und Craniosacral-Therapie bereichert. Heute ist Shiatsu in vielen Ländern als anerkannte Komplementärtherapie etabliert und wird von Krankenkassen unterstützt.

Shiatsu heute

Shiatsu heute – ein moderner, integrativer Ansatz

Shiatsu hat sich in den letzten Jahrzehnten stark weiterentwickelt. Moderne Shiatsu-Arbeit verbindet traditionelle Modelle mit aktuellen Erkenntnissen aus Anatomie, Neurophysiologie, Faszienforschung und Körpertherapie. Die klassischen Meridiane oder die Fünf-Elemente-Lehre sind dabei keine anatomischen Strukturen, sondern hilfreiche Funktionsmodelle – und gerade deshalb wertvolle Orientierungshilfen in einem sehr komplexen menschlichen System.

Balancierte Steine symbolisieren Harmonie in Shiatsu

Anerkannte Therapieform

In seiner Entwicklung im Westen hat Shiatsu sich zu einer anerkannten und ganzheitlichen Therapieform etabliert. Heute verbindet modernes Shiatsu traditionelle japanische Weisheit mit wissenschaftlichen Erkenntnissen der westlichen Medizin. Shiatsu wird von vielen Schweizer Zusatzversicherungen als Komplementärtherapie anerkannt und übernommen.

Therapeutische Meditation und Natur

Shiatsu als integratives System

Modernes Shiatsu verbindet heute verschiedene Ebenen zu einem kohärenten Ansatz:

  • strukturell – Faszien, Gelenke, Muskelketten
  • neurologisch – vegetative Regulation, Tonus, Wahrnehmung
  • energetisch – Ki, innere Techniken, Resonanz
  • modellhaft – Meridiane, Funktionskreise
  • psychosomatisch – Stress, Emotionen, Muster, Ressourcen

Traditionelle Modelle – klare Orientierung in komplexen Systemen

Meridiane, Ki-Konzepte und andere TCM-Modelle sind im Grunde Landkarten. Sie vereinfachen Prozesse, die sonst kaum überschaubar wären: fasziale Spannungsmuster, vegetative Steuerung, hormonelle Regulation, Bewegungskoordination und psychophysische Faktoren. Das Ziel ist immer dasselbe: Den Organismus darin zu unterstützen, wieder Ordnung, Beweglichkeit und Selbstregulation zu finden.

Auch wenn Meridiane anatomisch nicht „existieren", funktionieren sie in der Behandlung zuverlässig, weil sie:

  • funktionelle Zusammenhänge sichtbar machen
  • präzise therapeutische Arbeit ermöglichen
  • komplexe Vorgänge verständlich strukturieren
  • klare, nachvollziehbare Wege anbieten

In diesem Sinn sind sie keine Wahrheit – aber ein sehr wirkungsvolles Werkzeug.

Nutzen & Wirkung

Shiatsu wirkt regulierend auf das Nervensystem und unterstützt Sie dabei, wieder in Ihre Mitte zu finden.

  • Stressregulation

    Hilft dem Körper, vom Stressmodus in den Entspannungszustand zu wechseln und innere Ruhe zu finden.

  • Schlafverbesserung

    Durch die tiefe Entspannung wird die Schlafqualität nachhaltig gefördert und Einschlafstörungen gemildert.

  • Spannungsabbau

    Löst muskuläre Verspannungen im Nacken-, Schulter- und Rückenbereich durch gezielten Druck.

  • Schmerzreduktion

    Unterstützt bei chronischen Schmerzen und Kopfweh, indem die Selbstregulation des Körpers gestärkt wird.

  • Mentale Klarheit

    Die ruhige Atmosphäre und achtsame Berührung fördern die Konzentration und emotionale Ausgeglichenheit.

  • Vitalität

    Aktiviert den Energiefluss und stärkt das Immunsystem für mehr Lebenskraft im Alltag.

Für wen ist Shiatsu geeignet

Shiatsu ist im Grunde für alle geeignet, von Kindern bis älteren Menschen. Es passt sich individuell an die Bedürfnisse der Person an und verfügt über eine sehr breite Palette an Möglichkeiten und Techniken.

Es ist möglich sehr sanft, beinahe unmerklich fein zu arbeiten, z.B mit Craniosakralen oder Osteopathischen Techniken. Auch Akkupressur, bzw. Meridianarbeit muss nicht zwingend intensiv sein.

Gleichzeitig kann es auch sehr direkt mit Druck und Mobilisationen arbeiten, tonisieren und beleben. Strukturarbeit arbeitet, wie der Name schon sagt mit den Strukturen und der strukturellen Ausrichtung des Körpers. Dann wird viel mit dem Skelettapparat, den Bändern und Faszien gearbeitet.

Balanced stones representing harmony

Eine spezialisierte Shiatsu-Behandlung kann bei einer Vielzahl von Beschwerden unterstützen. Von chronischen Schmerzen über Verspannungen bis hin zu emotionalem Stress – Shiatsu arbeitet ganzheitlich und berücksichtigt die Verbindung zwischen Körper, Geist und Seele.

Durch die gezielte Stimulation der Meridiane und Energiepunkte wird der natürliche Energiefluss des Körpers gefördert und wiederhergestellt. Dies trägt zu einer verbesserten Durchblutung, einer tieferen Entspannung und einem allgemeinen Gefühl von Wohlbefinden bei.

Häufige Fragen

Wie lange dauert eine Sitzung?

Eine Standardbehandlung dauert inklusive Vor- und Nachgespräch etwa 60 bis 75 Minuten.

Was soll ich anziehen?

Bringen Sie bitte bequeme Kleidung (z.B. Trainerhose, T-Shirt) und frische Socken mit. Shiatsu wird am bekleideten Körper praktiziert.

Wie oft ist eine Behandlung sinnvoll?

Dies ist individuell sehr verschieden. Zur Prävention empfiehlt sich ein Rhythmus von 4 bis 6 Wochen, bei akuten Themen anfangs wöchentlich.

Ist Shiatsu schmerzhaft?

Der Druck wird immer individuell angepasst. Ein «Wohlweh»-Gefühl an verspannten Stellen ist möglich, sollte aber nie als unangenehmer Schmerz empfunden werden.

Erfahren Sie mehr über den detaillierten Ablauf oder vereinbaren Sie direkt einen Termin in der Praxis ShiatsuKlybeck.